die Hummer von Helgoland…….

schon 3 Jahre her aber das muss ich hier doch mal loswerden……

 

eigentlich wollte ich im letzten, oder vorletzten oder vor, vorletzten Jahr mich nur mal auf Helgoland ein wenig umsehen, also bezüglich der dort lebenden Robbenkolonien , es kam allerdings anders als erwartet..

Schon bei der Ankunft auf der Insel stach mir sofort ein ziemlich grosses Gebäude ins Auge,

es war das oder eins von den Gebäuden des Alfred-Wegner Institutes, um genau zu sein , die Hummer Aufzuchtstation…es fiel auch schon von weitem auf durch die merkwürdig anmutende Form dieses besagten Turms, lange Rede, kurzer Sinn…da wollt ich hin.

Gleich mal angemeldet zu einer Führung und ein paar Tage später war es dann soweit….

wird der Hummer heutzutage als sehr preisintensive Delikatesse geschätzt , so war er früher nur eine Mahlzeit für arme Leute !!!

man stelle sich vor, früher wurde er als billiges Nahrungsmittel für Hauspersonal , Dienstboten etc genutzt……

 

 

in einem der ersten Streiks der amerikanischen Geschichte ( Hauspersonal ) sollen die Bediensteten sogar durchgesetzt haben das der Hummer nicht öfter als 3 mal die Woche gereicht wird!!!

 

heute schaut das natürlich ganz anders aus…, die Bestände sind durch übermäßige Befischung , Fang etc so stark dezimiert worden das der Mensch als Verursacher eingreifen mußte , so es denn noch in ein paar Jahren noch freilebende Tiere geben sollte….

an diesem Punkt schritt das Alfred-Wegener-Institut zur Tat, seit Ende der 90 Jahre haben sich die Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht eine kontinuierliche Nachwuchsrate zu sichern und aus zu wildern.

jedes Jahr wird eine große Anzahl an Jungtieren ausgesetzt , welche in mühevoller Pflege und Aufzucht im Institut heranwachsen..

Zahlreiche Helfer, Studenten etc sind täglich damit beschäftigt die aufwendige Hege und Pflege der Tiere zu bewerkstelligen .

Darunter fällt nicht nur die intensive Arbeit an den Tieren sondern auch eine Art und Weise der Öffentlichkeitsarbeit welche mich sehr beeindruckt hat….

zum einem sind es die regelmäßigen Führungen in der Aufzuchtstation welche sehr lehrreich sind und dem interessierten Urlauber oder Besucher das Anliegen des Institutes näher bringen sollen .

Was mich aber nachhaltig beeindruckt hat war die organisierte Artenhilfsmaßnahme im Zuge einer Hummerpatenschaft…….

also jetzt nicht so wie ihr evtl. denkt …..so eine Flatrate zum Hummer essen oder so, smile……..Spaß beiseite !!, seit Ende 2007 vergibt hier die Biologische Anstalt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Helgoland sogenannte Hummerpatenschaften !!!!

auf diesem Wege soll der als stark gefährdete europäische Hummer in seinem Bestand gestärkt werden…..

mit dieser Patenschaft wird auf lehrreiche Weise dem interessierten Paten eine Möglichkeit gegeben sich aktiv an der weiteren Sicherung des  Bestandes zu beteiligen, auch wurde seitens des Institutes im vergangenen Jahr eine große Anzahl an Tieren im ca 30 Seemeilen vor Helgoland aufgebauten Off-Shore Windpark aus gewildert .

Hier kommt den Verantwortlichen die Tatsache zugute das am Meeresboden fester Untergrund für die Konstruktion vorzufinden ist , da der Helgoländer Hummer kein Freund von Schlick und weichen Boden ist , so wie meistens in der Nordsee.

die jährliche stattfindende Auswilderung wird rechtzeitig bekannt gegeben so das die Paten gerne den Prozess der Auswilderung mit erleben dürfen.Es werden Börteboote gechartert die das eigentliche Hauptschiff des Institutes begleiten um dann direkt bei Sonnenuntergang die Tiere auszusetzen .

Wie ich finde eine tolle Sache welche Tourismus uns Artenschutz vereint…….

es wäre schön wenn es noch mehr solcher Aktionen geben würde , doch hier auf Helgoland hat man den Weg miteinander gefunden , beide Seiten profitieren davon uns so sollte auch noch die Generation nach uns den Helgoländer Hummer kennenlernen, auf welche Art auch immer, smile…..

Aufzuchtbecken

näher ran….Vorsicht !!!!!

 

trächtiges Weibchen mit den Eiern unter dem Bauch…

zum Abschluss noch eine Seespinne…

 

vielleicht ein Hinweis …Helgoland ist immer eine Reise wert

allerdings im Winter also , November, Dezember werden dort die Robbenbabys geboren, das ist ein Schauspiel ohne gleichen…

aber davon mehr im nächsten Artikel, ich arbeite dran…..

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